1. „Baguenaude“, Schmuck, Schürze, Wandobjekt
    (frz. baguenaude „leere Hülse des Gelben Blasenstrauchs“, im übertragenen Wortsinn „Lappalie“)
    Seidenorganza, Bienenwachs, gefärbt, Hülsen des Blasenstrauch aus verschiedenen Jahreszeiten, Faden
    *
    "Baguenaude", apron, jewelry, wall object
    (Fr.. Baguenaude “empty shell of the Yellow bubble bush” in the figurative sense of the word “trifle”)
    Silk organza, colored beeswax, sleeves of Colutea arborescens from different seasons, thread

     

  2. Sonntag Mittag in Berlin, Klangschalen-app,  Regentropfen auf Dach * Sunday, Berlin, singing bowl app, raindrops on roof (short version)

     

  3. "Weibliche Werke: Säumen, Knoten, Flechten, Weben

    Säumen – Das Säumen der Kinder, das Trödeln: sie ziehen die Fransen aus den Erlebnissen, strähnen sie. Darum trödeln die Kinder, ‘Saumseligkeit’ – so könnte man wohl den besten Teil dieses Glücksgefühls nennen."
    — 

    Walter Benjamin: Aufzeichungen zum Meskalinversuch, 22. Mai 1934, in: Tillman Rexroth (Hg.): Walter Benjamin  Über Haschisch. Frankfurt am Main 1972, S. 139. (via walter-benjamin-bluemchen

    > text

    “Women’s work:
    hemming knotting braiding weaving;
    … “Children lingering, loitering, plucking the fringes of experience, strand by strand, ‘the delights of dawdling’.

    > text

     
  4. Ridicule, ein „kleines Netzwerk“ gefüllt mit Glockenblumen und Gräsern- ein raschelndes und duftendes Stück Kleiderschmuck und/oder Objet für den Raum. Materialien: Seidenorganza mit Bienenwachs getränkt auf Tüll mit eingebrannten Glockenblumen und Gräsern und mit Schafswolle umrandet. > Tragevariationen
    *
    Ridicule, a “small network” filled with bluebells and grasses - a rustling and fragrant piece of costume jewelery and / or an objet for the room.
    Materials: silk organza impregnated with beeswax on tulle with burnt in bell flowers and grasses and framed by sheep wool. > variations to wear

     
  5. Ridicule, ein „kleines Netzwerk“ (Anziehhilfe)
    *
    Ridicule, a “small network” (dressing help)

     
  6. Duft und Seele / scent and soul
    Beim Einschmelzen der Blumen in Bienenwachs steigt bei jeder Pflanze eine einzigartige Mixtur an unbeschreiblichen Duftsubstanzen in meine Nase, sodass ich schon nach wenigen Minuten eine Pause machen muss, da die Pflanze mich wohl auf eine Reise geschickt hat und ich erst wieder zu mir finden muss.

    dazu: Gustav Theodor Fechner : Nanna - Über das Seelenleben der Pflanzen.  Kap. XVI. Farben und Düfte.
    „Aus dem Inneren kommt die Stimme, aus dem Inneren kommt der Duft, und beide sind das zugleich feinste und sicherste Charaktermerkmal für das, woraus sie kommen. Wie man selbst im Dunkeln jeden Menschen noch an dem Ton der Stimme erkennen kann, so im Dunkeln jede Blume, ja jede Varietät der Blume, an dem Dufte“  *

    During the melting of flowers in beeswax from each plant soars a unique blend of indescribable fragrance substances in my nose. So I have to take a break after a few minutes, as the plant has probably sent me on a trip and I first need to find myself again.

    Gustav Theodor Fechner : Nanna - Über das Seelenleben der Pflanzen.  Kap. XVI. Farben und Düfte. (about the “soul life” of plants-about colors and scents - no translations, therefore here my attempt)
    "From inside the voice comes, from inside the scent comes and both are at the same time the finest and safest character trait for that from which they come. As every person can be recognized even in the dark  only by the tone of the voice, so in the dark every flower, even each variety of flowers, on the fragrance."

     
  7. Rohheiten / Rawnesses
    Ich liebe die verschiedenen Rohzustände im Prozess des Gestaltens.
    Es gibt einen ganz besonderen Augenblick: wenn Dinge/Kleider sich selber zu Ende denken.  Man muss sehr aufmerksam sein, um diesen Moment zu erkennen, denn ich glaube, dieser Moment will eigentlich ein Geheimnis bleiben.  *

    I love the different states of rawness during the process of creating.
    There is a delicate moment when things / clothes think themselves through to the end.  One must be very attentive to recognize this moment, because this moment will keep its mystery.

    > George Sand: Staubfee / La Fée poussière / Fairy Dust

     

  8. Performance after workshop mit Ute Wassermann (also here) und Tomomi Adachi. (also here)

     
  9. Photo: Stimmlippen / vocal folds

    Tactile Vocal Workshop by Ute Wassermann and Tomomi Adachi
    Seit zwei Wochen kommentiere ich meine Morgenduschen mit Stimme und Geräusch: das Wasser wird intoniert. Die Seife wird angesungen. Das Reiben, das Rauschen, das Vermengen, das Fließen:
    alles bekommt einen Klang, der aus meiner Stimme und meinen Körper kommt: das Handtuch, die nassen Haare.
    Die Grenzen zwischen mir und der Umgebung verwischen/verwaschen sich.
    Ich werde umspült und umspüle mich, mit etwas, was aus mir kommt und zugleich aussen ist: mit meiner Stimme.
    Wenn ich das Wasser ansinge (oder anrausche) gibt es eine Schwingung, die sich um mich legt und in mich legt. Mein Körper erscheint mir wie ein riesiger Raum. Ich stehe plötzlich mittendrin. Er hat ein Echo: er hallt und es hallt wieder.

    Ich habe einen Workshop gemacht bei Ute Wassermann (also here) und Tomomi Adachi. (also here)

    In diesen drei Tagen haben ich zum ersten Mal bewußt erlebt, dass ein Weg zu diesen inneren Räumen über die Stimme geht - und vielleicht ist das der einfachste und unmittelbarste Weg:  mit Krächzen, Zischen, Prusten, Gurgeln, Jaulen, Gähnen, Lallen, Tönen …
    All diese ungeformten Laute, die wortlos in unserer Kehle (und mir noch unbekannten vielen Klangräumen) lauern und soviel Wunder bergen - jenseits von allen Worten und Sprachen. 
    Eigentlich ist die Stimme ein ganzes Orchester, ein wunderbares Erlebnis in diesem Workshop! - und vielleicht das unmittelbarste, das einen mit dem tiefsten Inneren verbindet: mit den Knochen und zugleich mit dem Außen - dem umgebenden Raum, den Menschen und vielleicht sogar mit dem Kosmos.
    Und ich spüre und folge dem Atem, der wie Wind durch diese riesigen Hallen meiner Körper weht, um die Fenster aufzustossen. Damit das Licht fliessen kann.
    Dieser Raum -  so groß wie der Ozean im Verhältnis zu unserem Äußeren!
    Ich habe heute gehört, dass wir so wenig von Ozeanen wissen, wie wenn wir in einer riesigen dunklen Halle stehen und ein Streichholz anzünden.

    Die Kombination aus europäischer und japanischer Tradition war wahrscheinlich das großartigste in diesen drei Tagen:
    Tomomi voller erdiger Präsenz, wie ein Faun, der in der Mitte des Augenblicks plötzlich aus der Erde wächst und wieder hinein versinkt.  Als wäre er Schlamm, der alles umfließt, einhüllt, verschlingt, aufsaugt und mit sich reisst. Sein ganzer Körper und all die einzelnen Glieder folgen jedem einzelnen Ton: man kann an seinem Körper die Komplexität der Töne erleben: er bewegt sich und das außen immer gleichzeitig - eine natürliche erregende magnetische Einheit.

    Ute schwebt und fliegt und kreist in unbekannten Höhen und Tiefen:
    sie sendet Impulse aus luftigen Welten, die alle Tore im Körper öffnen, damit die Töne sich befreien können. Keine Grenzen mehr kennen. Einfach erscheinen - da sind - und in die Weite des Raum fliegen und ein Netz spinnen.
    In dem Brennpunkt von den beiden zu stehen, ist wie ein elektrischer Strom, der ein Zündholz leuchten läßt, mit dem ich in die Tiefen meiner verborgenen Räume schauen kann.

    Ute und Tomomi planen für nächstes Jahr einen Chor in Berlin!

    performance/Ausschnitt : here

     
  10. Wilde Möhre, Daucus carota mit Marienkäfer und Brackwespe - Unschärfe * Wild carrot with ladybug and brackish wasp - blurred

     
  11. Wilde Möhre, Daucus carota mit Marienkäfer und Brackwespe. Seit drei Tagen beobachte ich die Unbeweglichkeit eines Marienkäfers, der auf einem Kokon in der prächtigen Höhle einer Wilden Möhre sitzt. Heute habe ich gelesen: er ist tot und wird von der Brackwespe (Dinocampus coccinellae) als Nahrung und leuchtendes Schutzschild benutzt. *  Wild carrot with ladybug and brackish wasp. For three days I watch the immobility of a ladybug sitting on a cocoon in the magnificent cave of a wild carrot. Today I read: he is dead and is been used of the braconid wasp parasit as food and shining shield.

     
  12. artspotting:

    Krishna als Musikantin verkleidet, Rajasthan, Bundi-Stil, 2. Hälfte 18. Jh.,* Krishna Disguised as a Female Musician, 2nd half 18th centurry © Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Asiatische Kunst

     
  13. Berlin, U-Bahn Heidelberger Platz

     
  14. Eibenkerne auf Stoff / Yew cores on fabric (Taxus)  
    Wilde Möhre / Daucus carota

     
  15. Pause * Break bei der Berlin Biennale 2014 in den Kunstwerken: zurückhaltende Sinnlichkeit - sehr aufgeräumt und ein kühler Wind für den Kopf.* strained sensuality - very tidy with a cool wind for the head
    Photos: Bianca Baldi  *  Shilpa Gupta /   * Tacita Dean  * Irene Kopelman