1. artspotting:

    der Mengenlehre-Kasten - ein Mysterium aus meiner Kindheit -  * the set theory-box .. a mystery of my childhood

     
  2. zaubermantel:

    Kopfbedeckungen aus Plastik-Müllsäcken für “die Ratten"  * hat from plastic bags for "the Rats"

     
  3. Samen Body mit den Samen einer Dolomiten-Wiese: gewimpertes Perlgras (melica ciliata), Ackerkratzdistel (cirsium arvénse), gemeiner Löwenzahn (taráxacum officinále), Taubenkropf-Leimkraut (siléne vulgaris) und unbekannter Samen                                   *

    Seeds Body, contains the seeds of an alpine pasture: Silky Spike Melic (melica ciliata), Canadian thistle (cirsium arvense), dandelion (taraxacum officinale), bladder campion (silene vulgaris) and other unknown seeds.
     
  4. Abnehmbare Wunden:
    Die Ratten haben wieder meine Werkstatt eingenommen:
    dieses Jahr sollen sie gealtert, geschunden und mitgenommen aussehen. Nach der Saison sollen sie aber wieder wie neu aussehen - das ist Theater: abnehmbare Wunden und Verletzungen.
    *
    Oft gibt es Korrespondenzen zwischen der äußeren Arbeit und inneren aktuellen emotionalen Prozessen und Erfahrungen. Die Grenzen sind fließend- bzw. oft fallen Begebenheiten zusammen.
    Und dann nähe ich an einem Stück Materie - aber eigentlich nähe ich an einer unsichtbaren Hülle meinerselbst.
    Und so war ich heute sehr überrascht beim Nähen dieser “Insel-Wunden" über die Frage:
    gibt es tatsächlich so etwas wie abnehmbare Wunden?

    ***
    Removable wounds:
    Again: rats invasion in my studio:
    this year they should be aged, bruised and look the worse to wear.
    But after the season they should look like nothing had happend - that’s theater:
    removable wounds and injuries.
    *
    Often there are correspondences between external working processes and internal current emotional experiences. The boundaries are blurred or often fall together.
    And then I sew matter-but actually I sew on a piece of an invisible shell of myself.
    And so today I was very surprised, creating these islands of wounds by the question:
    Are there actually such things like removable wounds?

     
  5. die Arbeitsfläche von heute:  heisser flüssiger Bienenwachs mit schwarzen Pigmenten: magisch spiegelnde Reflektionen - ein schwarzes Loch wie eine Einladung zu einem archaischen Orakel in Vorzeiten
    *
    my working place today: hot fluid beeswax with black pigments- magical mirror reflections - an invitation to an archaic oracle

     
  6. Wildes Kleid - Wild Dress Nr. 320 gebacken aus Mehl,  Wasser und Wildpflanzen * wild dress baked with flour, water and wild plants
    on flickr or in shop

     
  7. Pinienschürze, Rückseite -Pine Apron, back
    "In der Sage begegnet die Schürze in verschiedener Weise. …
    Am häufigsten ist das Sagenmotiv, daß sich der nicht weggeworfene Rest des Laubes, Kehrichtes, der Kohlen, Holzspäne und anderer Dinge, mit denen ein Zwerg oder guter Geist die Schürze des Menschen gefüllt hat, daheim in Gold verwandelt … Zum Aufnehmen von Schätzen wird die Schürze auch sonst benutzt, die ferner, wie andere Kleidungsstücke, zum Bannen der Schätze dient. ”
    Handwörterbuch des Deutschen Aberglaubens 1935

     
  8.  
  9. gestern abend in Berlin : es hat geregnet - so stark, dass ich beinahe weinen musste über die Gewalt: Dichte, Lautstärke, Dunkelheit, End- und Grenzenlosigkeit.

    Plötzlich ist ein Loch im Himmel.
    Die Birkenrinde ist mit blaurotem Licht getränkt.
    Das rote Licht auf meiner Netzhaut löscht die Reflexionen.
    Ich verschwimme mit der Umgebung.
    Die Farben sind neu gemischt.
    Ich irrte durch ein tropfend nasses, nach Erde duftendes Farbspektrum, dem ich bisher nur zweimal in meinem Leben begegnet bin: im äußersten Norden von Norwegen zur Sommersonnenwende und in den Alpen beim Föhn.
    Ich hatte blutrote Träume. (Entsetzliche Träume.)

    ***

    last night in Berlin: it rained so heavily that I was frozen
    about the violence: density, volume, darkness, end and boundlessness.

    Suddenly a hole in the sky.
    The birch bark is soaked with blue red light.
    The pink light on my retina deletes all reflections.
    I am bluring with the environment.
    The colors are reshuffled.
    I wandered through a dripping wet color spectrum, smelling of earth.
    I’ve met only twice in my life: in the far north of Norway during the summer solstice and in the Alps during foehn.
    I had blood-red dreams. (Horrible dreams.)

     
  10. lichtschimmer:

    Costa Rica, Cartago, Esperanza, Turrialba Volcano - webcam

    Begegnung auf einem Vulkan: die Entfaltung eines Augenblicks

    Ich beobachte seit ca 2 Jahre diese Kamera unregelmäßig - regelmäßig.
    Kameras erscheinen wie ein unpersönliches Objektiv.
    Diese Kamera ist ausgerichtet auf einen Vulkan mit relativ extremen Wetterlagen.
    Diese „Begegnung zu dritt“ heute in zwei Minuten ist mit Worten schwer zu beschreiben: obwohl und gerade weil sie so banal ist.
     
    9:48:33 ein Insekt sitzt auf der Linse zum ersten Mal seit ich dieser Kamera folge
    9:49:23 ein Mensch wird erkennbar?
    9:49:33 es ist tatsächlich ein Mensch! Auf dieser Kamera war noch nie ein Mensch sichtbar.
    9:49:52 es gibt einen Weg, der zur Kamera führt. Ich habe ihn nie gesehen.
    9:51:23 die Kamera ist wieder für sich

    Es gibt Begegnungen im Leben, die wie eine inszenierte Choreographie erscheinen:
    durch die neuen Medien können sich tausende von Kilometer Entfernung in einem Moment zusammenfalten. 
    *  *  *
    Encounter on a volcano: unfolding the blink of an eye

    I’m watching this camera about 2 years irregularly–regularly.
    Cameras appear as un impersonal objective.
    Today’s meeting in a threesome can not be described with words:
    though, and just because it is so mundane.

    9:48:33 an insect sitting on the camera for the first time since I follow it.
    9:49:23 a shape of a person is recognizable?
    9:49:33 it is actually a person!
    9:49:52 a path leading to the camera.
    9:51:23 the camera itself again

    There are encounters in life that look like a staged choreography:
    with new media thousands of kilometers can be folded up in a moment.

     
  11. Zaunwicken (Vicia sepia) 12 h experiment
    more >

    (Quelle: vimeo.com)

     
     
  12. zeichnung mit zaunwicken-schoten - sketch with vicia sepia

     
  13.  
  14. Experiment mit Wicken (vicia sepia):
    Wicken werden auf Stoff genäht (Foto1)- nach 2 Stunden (Foto2) - am nächsten Tag (Foto3) >

    Experiment with Vicia Alba : after sewing on fabrics (photo1) - after 2 hours - after 12 hours >

     
  15. WICKEN = ZAUBERN >
    Incantation of VICIA SEPIUM (Zaunwicke)

    Als ich am Pfingstmontag auf der Wiese lag, traf mich ein silbernes Leuchten aus dem Augenwinkel: eine hauchdünne zu einer Spirale verdrehte Pflanzen-Schote.
    Die Zaunwicke (vicia sepium) habe ich bisher immer übersehen, da sie schwer in eine Vase zu bringen ist und auch für eine Verarbeitung in Kleidung nicht in Frage kam.
    Die Entdeckung dieser winzigen schimmernden Schote rief sofort Erinnerungen und Fragen wach, so dass ich eine Handvoll dieser kleinen Spiralen sammelte. Zu Hause arrangierte ich sie zu einem Text, da sie zuerst Assoziationen zur persischen Keilschrift in mir erweckte. So lagen sie dann da…

    Ein paar Tage später im Regen - beim Pflücken eines Blumenstrausses - fiel mein Blick auf schwarze, leuchtende schmale Kapseln. Sie erinnerten mich an die Schoten vom Montag - aber sie waren weich, offen und platt und nicht hart, spiralig verdreht. Ich erkannte eine Ähnlichkeit und vermutete eine Art Familienzugehörigkeit. Ich nahm ein Bündel mit nach Hause und nähte sofort ein paar Schoten auf einen Stoffprobe, da sie weich und biegsam waren.

    Ich erschrak, als ich nach 2 Stunden auf die Stoffprobe schaute. Denn ich erkannte mein Werk nicht wieder: es war zu einem kleinen Häufchen Stoff zusammengeschrumpft. Es war sogar so, als hätte ich das gar nicht gemacht. Ich musste erst begreifen, was da passiert war:
    die Schoten waren getrocknet und hatten sich zu Spiralen verdreht und bei diesem Prozess haben sie den Stoff zusammengezogen. Nun erkannte ich sofort die harten Bohnen vom Pfingstmontag.

    Die Verwandlung dieser Schote hat etwas Beunruhigendes.
    Denn zu dem Staunen kommt noch eine Art Erschrecken: ich erkenne nicht die Verwandlung der Wickenschote von einem ledrig-weichen samtigen Gebilde in eine messerscharfe muschelartige Spirale. Meine Sinne können die Veränderung der Schote nicht erkennen, da der Prozess langsamer ist als meine sinnliche Aufmerksamkeit: ob taktil, visuell oder auditiv.

    Dazu kommt die enorme Veränderung meiner Ausgangsarbeit:
    als ich nach 12 Stunden das Stück Stoff betrachte, das ich ursprünglich angelegt habe, sehe ich sehr eindeutig: nicht “ich” habe die Arbeit geleistet - es ist die Wicke, die diese Stück für sich gefaltet und gestaltet hat und dabei meine Spuren verwischt hat. (Siehe Fotos)
    Von meiner Arbeit ist nichts mehr sichtbar.  „Ich“ erkenne es nicht wieder!
    Die Wicke hat den Stoff zusammengeschoben und Falten-Berge aufgeworfen und eine ganz andere Geschichte erfunden. >
    von der Entstehung der Falten.